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Datum/Zeit |
| 7,80 € |
7,97 € |
-0,17 € |
-2,13 % |
20.04/17:35 |
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| ISIN |
WKN |
Jahreshoch |
Jahrestief |
| DE0006569908 |
656990 |
- € |
- € |
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MLP verkaufen 28.08.2008
Bankhaus Lampe
Düsseldorf (aktiencheck.de AG) - Sebastian Hein, Analyst vom Bankhaus Lampe, stuft die Aktie von MLP (ISIN DE0006569908 / WKN 656990) weiterhin mit "verkaufen" ein.
MLP habe zuletzt die Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2008 veröffentlicht. Die Gesamterlöse hätten bei 129,1 Mio. EUR gelegen (Vj.: 127,5 Mio. EUR). Es sei ein EBIT von 9,5 Mio. EUR (Vj.: 18,5 Mio. EUR) und ein Nettogewinn von 7,5 Mio. EUR (Vj.: 11,8 Mio. EUR) ausgewiesen worden.
Das Ergebnis von MLP sei erwartungsgemäß unter dem des Vorjahres geblieben. Das erste Halbjahr sei von zahlreichen Umstellungen, insbesondere durch das neue Versicherungsvertragsgesetz (VVG), geprägt gewesen. Nachdem MLP seine Berater vorwiegend im ersten Quartal intensiv auf die neuen Rahmenbedingungen geschult habe, hätten in den Monaten April bis Juni IT-Umstellungen, die Anbindung neuer Produzentensoftware und die Vorbereitungen auf die erweiterte Kostentransparenz in der Alters- und Gesundheitsvorsorge, wie prognostiziert, zu erhöhten Aufwendungen geführt.
Durch diese Aufwendungen und durch die infolge der Finanzmarktkrise gestiegene Zurückhaltung der Anleger habe MLP lediglich eine EBIT-Marge von 7,3% erreicht, während im Vorjahr noch 14,5% hätten ausgewiesen werden können. Die gesetzlichen Neuerungen spiegeln sich in den gestiegenen betrieblichen ufwendungen wider. Diese seien deutlich von 38,5 Mio. EUR auf 45,3 Mio. EUR gestiegen und hätten das EBIT des Unternehmens maßgeblich belastet.
Swiss Life habe zuletzt bekannt gegeben, dass der Konzern 26,75% an MLP erworben habe. Swiss Life habe die MLP-Aktien von Carsten Maschmeyer, dem Vorstandsvorsitzenden der AWD erworben. Swiss Life habe AWD zu Beginn des Jahres übernommen. MLP begrüße den Erwerb von MLP-Aktien durch die Gruppe angabegemäß nicht und stehe einer möglichen Aufstockung der Anteile seitens Swiss Life ablehnend gegenüber. Die Nachricht habe die Kurse von MLP in der Folge anziehen lassen.
Die Analysten würden nur geringes Synergiepotenzial zwischen beiden Unternehmen sehen, da die Geschäftsmodelle unterschiedlich ausgerichtet seien. MLP erreiche die Kunden mit unabhängiger Beratung, die nach Erachten der Analysten nicht mit der Vertriebskraft der Swiss Life harmoniere. Zugleich liefe MLP Gefahr, Berater zu verlieren, die das MLP-Geschäftsmodell im Wesentlichen tragen würden. MLP habe auf die Swiss Life-Beteiligung reagiert und in der letzten Woche beschlossen, das Stammkapital um knapp 10% zu erhöhen.
Gegen Bareinlage von 123,76 Mio. EUR seien 9.799.152 neue Stammaktien aus genehmigtem Kapital ausgegeben worden. Damit erhöhe sich die Zahl der Stammaktien auf 107,79 Mio. Stück. Die neuen Aktien seien unter Ausschluss der Bezugsrechte im Wege einer beschleunigten Platzierung zu jeweils 46% durch die Allianz Lebensversicherung AG und die AXA Lebensversicherung AG sowie zu 8% durch die Uberior Ena Ltd, ein Unternehmen der britischen HBOS-Gruppe, gezeichnet worden. Die Maßnahme bestätige die ablehnende Haltung von MLP und mache eine Übernahme nunmehr erheblich unwahrscheinlicher.
MLP habe die Guidance für das Gesamtjahr bestätigt. Das Unternehmen erwarte unverändert einen Anstieg der Gesamterlöse über das Niveau des Jahres 2007 (637,1 Mio. EUR) hinaus. Gleichzeitig rechne der Konzern mit einer im Vergleich zu 2006 rückläufigen EBIT-Marge. Die Analysten würden vor dem Hintergrund der Q2-Zahlen nunmehr mit einer Marge von 16,0% rechnen (bislang: 16,3%).
Für das zweite Halbjahr sei angabegemäß nicht ausgeschlossen, dass weitere Anpassungsprobleme aufgrund der gesetzlichen Neuregelungen notwendig würden.
Durch die Einführung der Abgeltungssteuer zum 1. Januar 2009 sei mit einer vermehrten Umschichtung in den Portfolios zu rechnen. MLP erhoffe sich eine hieraus resultierende Aufwärtsbewegung im Vermögensmanagement. Letztlich bleibe allerdings abzuwarten, ob die Verunsicherung der Anleger infolge der Kapitalmarktkrise bis zum vierten Quartal anhalte und das Geschäft belasten werde.
Die Analysten würden unverändert nicht davon ausgehen, dass Swiss Life weitere Anteile erwerbe. Ihrer Auffassung nach sei dies für das operative Geschäft von MLP positiv, da eine Swiss Life-Übernahe und das Geschäftsmodell von MLP nicht kompatibel seien. MLP habe darauf hingewiesen, dass die Kapitalerhöhung darüber hinaus auch die Bereitschaft signalisiere, aktiv an der Branchenkonsolidierung zu partizipieren. Nicht zuletzt durch die Verschärfung der regulatorischen Anforderungen werde es zu einer Konsolidierung der Branche kommen, da Beratung mit niedrig qualifizierten Beratern diesen Anforderungen nicht gewachsen sei. Der qualifizierte Berater werde zunehmend zum Engpassfaktor für die Branche.
MLP habe hier Wettbewerbsvorteil durch das große Angebot an interner Aus- und Weiterbildung. Für MLP werde es zukünftig weiter von hoher Relevanz sein, die Berater an sich zu binden, um im Verdrängungswettbewerb innerhalb der Branche bestehen zu können. Zuletzt sei die Beraterzahl leicht rückläufig gewesen (2.534 Berater zum 30.6.2008 nach 2.602 Beratern zum Ende des ersten Quartals).
MLP sehe sich strategisch gut aufgestellt, um den Herausforderungen der Branche begegnen zu können. Infolge der tiefgreifenden Veränderungen sei 2008 zunächst lediglich als Übergangsjahr zu bezeichnen.
Die Aussagekraft der Q2-Zahlen bei MLP sei traditionell begrenzt, sodass für den Investor Visibilität tatsächlich erst zum Ende des Geschäftsjahres herrsche. Es müsse darauf hingewiesen werden, dass die Zahlen unter dem Strich enttäuscht hätten. Die Nachrichten um Swiss Life hätten die Aktie zunächst beflügelt, wobei nach der Kapitalerhöhung die Übernahmefantasie schwinde.
Die Analysten würden den fairen fundamentalen Wert für die Aktie weiterhin bei 11,50 EUR sehen und davon ausgehen, dass das operative Geschäft wieder vermehrt in den Fokus des Marktes rücken werde.
Die Analysten vom Bankhaus Lampe bestätigen ihr "verkaufen"-Rating sowie ihr Kursziel von 11,50 EUR für die MLP-Aktie. (Studie "MDAX-Guide Herbst 2008" vom 27.08.2008) (28.08.2008/ac/a/d)
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